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S. K., 40 Jahre, weiblich, Leistungssportlerin bis zum Beginn der Beschwerden

Mit ca. 30 Jahren erkrankte ich am Epstein Barr Virus. Leider war dieser Virus damals noch nicht so bekannt und mein damaliger Hausarzt hatte dies nicht erkannt.  Ich litt an Müdigkeit, fühlte mich schwach, konnte meinen Sport nicht mehr ausüben. Mir wurde bei Anstrengung immer schrecklich schwindelig und übel. Die Übelkeit wurde leider dauerhaft mein Begleiter. Ich ging also immer wieder zu meinem Arzt und sagte, dass es mir ständig übel sei und ich überhaupt nicht mehr leistungsfähig bin. Seine Diagnose: „Magersucht“!  Bei 163 cm Körpergröße wog ich 61 kg. Ich glaube nicht, dass man hier von Magersucht reden kann.

 Da hat es mir gereicht und ich wechselte den Arzt. Ich erzählte ihm meine ganzen Symptome und er fragte, ob ich einmal eine schlimme Grippe hatte mit hohen Fieber.  Ich sagte ihm, dass ich vor einem Jahr so schlimm krank war mit Fieber, geschwollenen und schmerzhaften Lymphdrüsen, Übelkeit, Schnupfen und Husten. Er hat gleich den Test auf Epstein Barr Virus gemacht. 

Ergebnis: Positiv. Er meinte es sei wohl schon chronisch.

Ok. Ich wusste nun was ich habe, doch leider ging es mir nicht wesentlich besser. Ich fragte meinen Arzt was ich noch machen kann, dass es mir wieder so gut geht, so wie es einmal war. Er schickte mich daraufhin zur Magenspiegelung (inzwischen waren vier Jahre vergangen). Ergebnis der Magenspiegelung: Gastritis (Magenschleimhautentzündung). Ich musste wieder Magentabletten nehmen und der Arzt meinte ich sollte Stress vermeiden. Eine leichte Besserung trat ein. Es war mir nicht mehr jeden Tag schlecht. Auch diese Behandlung und der Rat half mir jedoch nicht dauerhaft weiter.

 Im Jahr 2006 verstarb dann plötzlich mein Vater. Herzinfarkt mit 53 Jahren. Nun verschlechterte sich mein Zustand leider noch mehr. Ich hatte plötzlich Symptome wie ständige Bauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit (natürlich) und Herzrasen. Ich wechselte erneut den Hausarzt und erzählte ihr nun meine neuen Symptome.

Sie sagte mir ich solle Stress vermeiden und verschrieb mir Buscopan plus (gegen die Bauchschmerzen) und ich solle eine Iberogast Kur (pflanzliches Magenmittel) machen und danach bei Bedarf einnehmen. Diese Symptome hielten eine ganze Zeit an und änderten sich, nach ca. einem halben Jahr, in Müdigkeit, allgemeine körperliche Erschöpfung, fehlende Belastbarkeit, Konzentrationsschwäche, Gedächtnisschwäche, Schwindel, Herzrasen, Angst- und Panikattacken, Gereiztheit, Verstopfung, Blähungen, ich fror bei 24 °C, ständig hatte ich Verspannungen im Nacken und bekam davon Kopfschmerzen, meine Schleimhäute in den Ohren wurden trocken und juckten fürchterlich. Ich hatte immer mehr das Problem, dass ich einige Nahrungsmittel nicht mehr vertrug. Ich hatte zwar mit 25 Jahren eine leichte Pollenallergie und reagierte immer mal auf Haselnüsse, aber nun kamen immer mehr Kreuzallergien dazu. Ich hatte bei sämtlichen Gemüse- und Obstsorten nur noch Probleme mit Aufstoßen und Blähungen. Alkohol vertrage ich überhaupt nicht mehr (wobei ich das nun nicht wirklich schlimm finde, dann trinke ich halt einfach keinen  mehr ).

Also wieder auf zum Arzt. Ich erzählte meiner Ärztin alles und sie schickte mich zur Magenspiegelung und zum Kardiologen (Arzt für Herz).

Ergebnis der Magenspiegelung: Gastritis (Magenschleimhautentzündung)

Ergebnis Herzcheck: zu schnell absinkender Blutdruck nach Belastung, deshalb Übelkeit und Schwindel nach Anstrengung. Leicht niedriger Blutdruck, deshalb das ständige frieren.

Besserung nach Diagnose: Keine, da keine Medikamente

Ich ging ein weiteres mal zu meiner Ärztin und sagte ihr, dass ich mich nicht besser fühle. Sie machte daraufhin einen kompletten Gesundheits-Check mit Blutabnahme, Ultraschall, EKG, Urin- und Stuhlprobe. Sie meinte, wenn ich nichts mehr höre, dann ist alles in Ordnung. Ich wartete vier Wochen und bekam keinen Anruf von der Arztpraxis, also ging ich davon aus, dass alles in Ordnung ist.

Daraufhin ging ich zu einem Heilpraktiker, welcher eine Augendiagnostik durchführte. Er meinte, dass meine Schilddrüse und mein Magen nicht in Ordnung sind. Er sagte, dass ich eine Unterfunktion der Schilddrüse hätte und einen sehr empfindlichen Magen. Ich sagte ihm, dass ich erst bei der Blutuntersuchung war und alles in Ordnung sei.(die Praxis hat sich ja nicht gemeldet). Er meinte, dass ich auf jeden Fall in der Praxis anrufen und mich nach meinem Blutergebnis erkundigen soll. Er hat mir ein paar Mittel für mein Wohlbefinden aufgeschrieben und ich zog von dannen. Auch die Mittel vom Heilpraktiker halfen mir in dem Moment nicht.

Ich rief also auf Anraten vom Heilpraktiker bei meinem Hausarzt an. Da sagte die Sprechstundenhilfe, ach ja, Sie müssten mal vorbeikommen, da stimmt was mit der Schilddrüse nicht. Das fand ich echt einen Hammer! Also wieder zum Arzt….

Ergebnis der Blutuntersuchung: Schilddrüsenunterfunktion (TSH-Wert: 4,5)

Meine Ärztin meinte, dass ich mit dem Wert noch in der Norm liege, ich aber mal 25 µg Thyronajod einnehmen soll und das dauerhaft. Ich nahm die Tabletten ein und mein Zustand wurde immer schlechter, statt besser.

Ich schilderte ihr weiterhin meine o.g. Symptome, doch sie meinte nur, dass mein TSH (nach einer weiteren Blutuntersuchung) nun bei 4,2 liegt und das der Norm entsprechen würde. Sie fragte, ob ich viel Stress hätte und dass sie auf das Erschöpfungssyndrom tippt. Da hätte man die genannten Symptome. Sie sagte ich solle zum autogenen Training oder zur progressiven Muskelentspannung. Da gäbe es Kurse und ich soll daran mal teilnehmen.

Ich befolgte den Rat, obwohl ich genau wusste, dass ich nicht mehr oder weniger Stress auf der Arbeit und im Privatleben hatte als sonst und es mich nicht weiter bringen würde.

Ergebnis des 10-wöchigen Kurses „Autogenes Training“: Keine Besserung. Ich muss dazu sagen, dass der Kurs super war, aber solche Kurse nicht so richtig „mein Ding“ sind. Es hilft sicherlich vielen Menschen weiter.

Also wieder zum Arzt, erzählte ihr, dass mir beim spazieren gehen mit meinen Hunden, jeder Schritt schwer fällt und wenn noch eine leichte Steigung auf meinem Spaziergang kommt, mir schwindelig und schlecht wird. Sie sagte, dass es am besten sei, wenn ich eine Ausdauersportart betreiben würde. Ich solle doch joggen gehen, um Stress abzubauen.

Ich dachte ich fall vom Glauben ab!! Wie soll ich bitte joggen, wenn mir schon beim leichten Gassi gehen mit meinen Hunden schlecht und schwindelig wird! Ihre Antwort auf meine ständigen Magenprobleme: „Wissen Sie, die Menschen, welche oft Magenprobleme haben, haben so tolle Blutwerte wie Sie und haben nie Gewichtsprobleme.“ Sie lächelte dabei, als sie mir das sagte. Ich sagte zu ihr: Wie toll für mich! Ich sagte ihr, dass ich auf keinen Fall joggen gehe und ging deprimiert nach Hause. Ich dachte, bin ich vielleicht wirklich psychisch krank, bilde ich mir vielleicht alles ein?

Nach zwei Jahren der täglichen Einnahme von Thyronajod und verstärkten Angstzuständen und Panikattacken (diese bekam ich, wenn ich wegfahren musste/wollte). Ich wollte kaum noch nach Bamberg (40 km von meinem Heimatort entfernt) fahren und schon gar nicht noch weiter weg. Meinen letzten Urlaub in der Türkei, habe ich abgebrochen. Ich hatte ganz schlimme Magen-Darm-Probleme, dass ich in der Türkei ins Krankenhaus musste und Infusionen bekam. Ich war eine Nacht im Krankenhaus und kaum im Hotel angekommen, bekam ich schlimme Heulkrämpfe und schlimmes Herzrasen, ich dachte ich sterbe. Meine zweite schlimme Panikattacke (die erste war daheim, da solle ich nur einen Tag nach Ingolstadt fahren). Ich verbrachte noch zwei Tage in der Türkei und beschloss dann, meinem Körper und Geist zu liebe, den Urlaub abzubrechen.

Kaum daheim, wieder zum Arzt. Ich erzählte ihm von meinem „Traumurlaub“. Er sagte, dass es bei mir wohl alles psychisch sei und gab mir eine Überweisung zum Psychologen. Ich suchte mir eine Psychologin und nach der fünften Therapiestunde, brach ich das Ganze ab, weil ich gar nicht wusste, was ich erzählen soll. 

Ergebnis Therapie: Keines

Es ist ein weiteres Jahr ins Land gezogen und wie es mir mal wieder richtig schlecht ging, fing ich an im Internet zu recherchieren. Meine Oma erzählte mir durch Zufall, dass sie

immer unter Stress steht, weil sie einen Tumor an der Hirnanhangsdrüse hat. Das nahm ich zum Anlass, zu schauen, welche Hormone einen so unter Stress setzen können. Ich gab meine Symptome in Google ein und nach einer dreistündigen Suche, traf ich auf die Autoimmunkrankheit „Hashimoto“. Ich las, dass wenn man Thyronajod einnimmt und hat diese Krankheit, dass man dann die Krankheit so richtig in Gang bringt, weil man Jod bei Hashimoto meiden sollte.

Ich ging wieder zu meiner Ärztin und fragte, ob man das bei mir mal testen kann. Darauf bekam ich die Antwort, dass sie hier keine Veranlassung sieht, weil meine Schilddrüse ganz normal aussieht und mein TSH in der Norm liegt. Ich ging wieder nach Hause und überlegte, was ich noch tun kann. Nach zwei weiteren Wochen, verlangte ich von meinem Hausarzt eine Überweisung zum Nuklearmediziner. Ich bekam bereits innerhalb von zwei Wochen einen Termin. Ich schilderte ihm, wie es mir in den letzten zehn Jahren erging. Er untersuchte meine Schilddrüse und sagte gleich, dass ich schon mal die falschen Tabletten nehmen würde. Meine Schilddrüse sei recht klein und da sollte man kein Thyronajod einnehmen. Er nahm Blut und sagte, dass er gleich einen Antikörpertest mit machen lässt. Der Befund kam nach einer Woche zu meinem Hausarzt.

Ergebnis des Befundes von meinen Schilddrüsenarzt: Hashimoto! 

Er schrieb, dass ich 25 µg L-Thyroxin nehmen soll und dann in kleinen Schritten auf 75 µg steigern soll. Ebenfalls soll ich Seelen einnehmen, um die Entzündung der Schilddrüse zu lindern. Der TSH-Wert sollte innerhalb von 6-8 Wochen bei 1,0 bis 1,1 liegen. Als ich zu meiner Hausärztin sagte, dass ich wohl mit meinem Hashimoto recht hatte und dass die Einnahme von Jod ja dann ziemlich schlecht war, sagte sie zu mir, dass ich das mit der Basedow-Erkrankung verwechseln würde. Mir war nun alles klar. Die Hausärzte bei welchen ich war, hatten im Bereich Schilddrüse und deren Erkrankungen, keine Ahnung!

Was soll ich sagen, ich fühlte mich seit 10 Jahren wieder richtig gut! Ich war wieder leistungsfähig, mir war nicht mehr dauernd übel. Ich war so glücklich. Was für eine riesige Besserung.

Ich habe nun einen TSH-Wert von 0,9 mit dem ich mich recht wohl fühle. Hier muss ich noch ausprobieren, ob ich mich mit einem niedrigeren Wert von evtl. 0,7 (oder so) auch noch das frieren in den Griff bekomme. Ich habe wohl Tage dabei, da fühle ich mich auch mal wieder schlechter, meine Angstzustände und die Übelkeit haben sich jedoch wesentlich gebessert. 

Mit einzelnen Schüben bei dieser Krankheit lerne ich umzugehen. Wichtig war mir zu wissen, dass alle meine Symptome nicht eingebildet waren. Ich hoffe, dass ich vielleicht mit meiner Geschichte, einigen Menschen helfen und ihnen diese Tortur ersparen kann.

Liebe Grüße S.  

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